Die Proliferationstherapie und ihre Entwicklung

Basierend auf der Erfahrungsmedizin ist die Proliferationstherapie eine regenerative alternative Injektionstherapie, die in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts in den USA entwickelt wurde. In den letzten 10 Jahren wurde der Anwendungsbereich erheblich erweitert, gleichzeitig konnte die Wirksamkeit auch durch wissenschaftliche Studien weiter gesichert werden.

Wir wenden die Proliferationstherapie z.B. bei all unseren Patienten mit chronischen tiefen Rückenschmerzen an, die für diese Therapieform geeignet sind. 

Hierzu zählen in der Anamnese folgende Kriterien:
Die Rückenschmerzen müssen vor allem in Ruhe auftreten und bei Bewegung eher besser werden! 
Ausschlaggebend ist letztendlich die Tastdiagnose und die positive Wirkung einer Testspritze mit einem örtlichen Betäubungsmittel.

Die Therapie selber wird  in Deutschland nur von wenigen Spezialisten angeboten.
Amerikanische Ärzte und Wissenschaftler haben die Proliferationstherapie im sogenannten Doppel­blindversuch getestet. Bei 2 Versuchen im Jahre 1987 (Ongley/Dorman) und 1993 (Klein/Eek) waren sie sogar bei 90 % ihrer Patienten erfolgreich.

Der Therapieerfolg ist in der Regel nach unserer eigenen Erfahrung ein Langzeiterfolg und kann Jahre andauern, da sich der Kapselbandapparat der Wirbelsäule nachgewiesenermaßen regeneriert.

Die Proliferationstherapie ist eine reine  Injektionstherapie. Sie bietet Therapiemöglichkeiten bei chronischen Schmerzen auf Grund von Instabilitäten an der ganzen Wirbelsäule sowie auch an großen und kleinen Gelenken. Sie kann  drohenden Verschleißerscheinungen an Schulter-, Ellenbogen-, Hüft-, Knie- und Sprunggelenken vorbeugen,da sie die Instabilität bekämpft. Sie ist nach unserer Erfahrung somit besonders geeignet bei Schulter- und Ellenbogengelenksbeschwerden. Auf Grund des besonderen Wirkungsprinzips sind  auch noch Erfolge möglich, wenn mit anderen Therapien  bereits keine Besserung  mehr erzielt werden konnte.

 Zu einer vermehrten Rupturneigung von Sehnen kann es ebenfalls auf Grund der Gewebeneubildung (Proliferation)  nicht kommen.Bei chronischen Sehnenverletzungen (Tendopathien) an Schulter-, Ellenbogen-, Hüft- und Kniegelenken ziehen wir diese Behandlungsform schon allein  wegen des Ausschlusses dieser Gefährdung und wegen ihrer bei uns über Jahre erwiesenen Langzeiterfolge vor. 

3-5 Injektionen in Abständen von 1-2 Wochen sind die Regel!

Die Proliferationstherapie ist eine alternative Gesundheitsleistung, die im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen nicht enthalten ist und somit nur auf eigenen Wunsch des Patienten privat verabreicht werden kann.


                  

                    Behandlungsstatistik

Im Zeitraum vom 01.01.2000 bis zum 10.02.2006 wurden in der Praxis Dr. med. Jörn Funck insgesamt 1502 Fälle mit der Proliferationstherapie behandelt. Bei der Nachuntersuchung in der Regel nach 3 Monaten  erklärten1327 Patienten ,dass die Behandlung bei Ihnen als erfolgreich eingestuft werden kann, während 175 Patienten ein negatives Ergebnis angaben.

                                Das entspricht einer Trefferquote von 88,3%

                              http://www.proliferationstherapie.de/14.html

                               Die Entwicklung der Proliferationstherapie

Eine alternative Methode auf dem Wege zur wissenschaftlichen Akzeptanz ?

Bereits in den fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts entwickelte der amerikanische Arzt G.S.Hackett die Proliferationstherapie,die zur Behandlung von chronischen Rückenschmerzen gedacht war.

Als Ursache dieser Beschwerden sah er Stabilitätsprobleme der Lendenwirbelsäule auf Grund von zu lockeren Bändern an.Folgerichtig suchte er nach einer Methode zur Straffung dieses Bandapparates.Ein Therapieansatz waren gezielte Infiltrationen dieser Bänder mit einer Zuckerlösung,die sich schon bei der Verödung von Krampfadern als wirkungsvoll erwiesen hatte. ( 15 % Glucose mit Lidocain gemischt als Proliferant)

Um diese Lockerungsbeschwerden von denen der Bandscheibenvorfälle mit Ihren ausstrahlenden Nervenschmerzen sicher abgrenzen zu können nutzte er für seine Diagnosen die besonderen Schmerzausstrahlungsmuster solcher Bänder (referral pain pattern).Diese Abgrenzung war unbedingt erforderlich zur Sicherung  desTherapieerfolges.Moderne Bildgebungsverfahren wie Röntgen ,CT oder Kernspintomografie bilden Bänder oder Sehnenschäden gar nicht oder nur sehr eingeschränkt ab,können also nur sehr wenig zur Diagnosenfindung beitragen.

Als man in den achtziger Jahren dann feststellte,daß reine intensive Nadelungen der Bandansätze ebenfalls Wirkung zeigten wurde die Proliferationstherapie nur noch als Aussenseitermethode mit hohem Placeboeffekt eingestuft.Zu diesem Bild wollten aber die Langzeiterfolge nicht recht passen.

Mitte der neunziger Jahre zeigte eine Reihe gut ausgebildeter junger amerikanischer Ärzte mit Spezialkenntnissen in der Osteopathie Interesse an der Proliferationstherapie.Der Grund: Sie hatten einige restlos austherapierte Fälle an bekannte Spezialisten dieser Therapieform überwiesen und festgestellt,daß diese trotz der negativen Auslese noch erfolgreich behandelt werden konnten.Hinzu kam zu dieser Zeit,daß die meisten Spezialisten an der Westküste bereits in der orthopädischen Medizin nach Cyriax ausgebildet waren,wodurch die Untersuchungstechniken weiter verfeinert werden konnten.Inzwischen konnten die Schüler von Hackett und Hemwall an der Ostküste beweisen,daß entgegen früherer Annahmen auch Sehnenschäden erfolgreich mit der Proliferationstherapie behandelt werden konnten.Bis dahin hatten die Cyriaxschüler schulmedizinisch korrekt solche Befunde nur mit gezielten Cortisoninjektionen behandelt. Durch diesen neuen Therapieansatz konnte die Palette der Behandlungsmöglichkeiten zu Beginn dieses Jahrhunderts wesentlich erweitert werden.

In den letzten Jahren setzte sich dann in Bezug auf die Wirkungsweise immer mehr die Erkenntnis durch,daß durch den Reiz der Zuckerspritzen auf das Gewebe des Patienten die Ausschüttung eines Wachstumsfaktors provoziert wird,der den Heilungsprozess durch Bildung neuen Gewebes initiert.

Gezielte Cortisonspritzen können einen Reizustand in einer Sehne zwar beruhigen,bringen aber Risse in der Regel nicht zur Ausheilung,sondern können unter Umständen bei mehrmaliger Applikation zum vollständigen Riss beitragen.

Der früher unbekannte Wachstumsfaktor spielt heutzutage in der modernen Knochenchirurgie eine ganz besondere Rolle bei Knochenbrüchen die nicht  ausheilen wollen.Diese sogenannten Pseudarthrosen werden operativ behandelt und können anschließend mit aus dem Knochenmark des Patienten gewonnenem Wachstumsfaktor in Kombination mit körpereigenen Stammzellen erfolgreich behandelt werden.

Mit diesem neuen Wissen erklärt sich auch die damalige Wirkung der reinen Nadelung von Bändern,indem vermutlich der Wachstumsfaktor allein durch den mechanischen Reiz aktiviert wurde.

Möglicherweise ist das auch eine Erklärung für die verblüffenden Akupunktureffekte bei Kniegelenksarthrosen.

Folgerichtig gewinnen jetzt  Ärzte in den USA aus dem Eigenblut des Patienten ein Zentrifugat dieses Faktors und setzen es dann gezielt als modernes Proliferant ein.(Platelet-Rich Plasma Therapy)

Das Vermögen des Therapeuten ist jedoch nach unserer Meinung weniger abhängig vom Proliferant sondern von der Kunst,die entsprechenden Punkte ohne Röntgenunterstützung sicher zu treffen,in erster Linie aber in der diagnostischen Treffsicherheit.

Wie schwierig die Sicherung einer Diagnose sich gestalten kann finden Sie in dem Schulterkapitel unter dem Titel: ,, das Dilemma der Schulterdiagnostik "

Die Palette der Proliferationstherapie umfasst zur Zeit bei uns folgende Leiden,die nach entsprechender Testung therapiert werden können.

Akute und chronische Schulterschmerzen,Tennis und Golfellenbogen,chronische Brust und Lendenwirbelsäulenbeschwerden,Hüft und Kniegelenksbeschwerden.Daumensattelgelenks-beschwerden,instabile Sprunggelenke mit Bänderschäden,Achillessehnenbeschwerden.